Evangelium von 26. Sonntag, den 26. September: Mk 9,38-48

„In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen eine Machttat vollbringt,   kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben,   Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Wenn dir deine Hand Ärgernis gibt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dir dein Fuß Ärgernis gibt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dir dein Auge Ärgernis gibt,   dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.“

Impuls zum Evangelium
Der Sonntag ist Herrentag. Nach der Bundestagswahl in Deutschland wählen wir den Weg in das „Wahllokal“ dieses Gotteshauses, um uns von Ihm wählen zu lassen und für Ihn unsere Stimme abzugeben. Der Gottesdienst ist wie eine „Stichwahl“. „Ich wähle alles“ (Theresia von Lisieux). Bereits seit Tagen der Urkirche, nicht erst seit 1.700 Jahren – als Kaiser Konstantin i.J. 321 durch den Schutz dieses Tages staatlicherseits den „Sonntagsschutz“, den Ruhetag, garantierte –, feiern wir Christen die Erinnerung daran, dass nicht die Kirche und ihr Überleben zentral sind, sondern Gott, der uns Leben schenkt und es einmal in sich vollendet. Der Sonntag ist – wie auch die Glaubenswelt – nicht Eigentum der Kirche, sondern eine heilsame Gelegenheit der Kirche, an den Quellort ihrer Existenz und Daseinsberechtigung zurückzukehren und sich der Vielfalt („Diversität“) der Gaben Gottes auch außerhalb ihrer Grenzen zu erfreuen. Kirche muss dankbar sein für Menschen, „in deren Herzen die Gnade unsichtbar wirkt“ (vgl. „Gaudium et Spes“, Art. 22).

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